Baumhaus

Wer mit offenen Augen durch den Wald geht, der sieht bekanntlich mehr. Besucher hatten sich über die schlecht beschriebene Sommerferienrallye beschwert. Also schnappte ich mir einen Rallyebogen und machte mich auf den Weg. Beim Blick nach rechts und links, oben und unten, stach mir das am Baum pappende Haus einer Weinbergschnecke ins Auge.

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Weinbergschnecken werden bis zu 10 cm lang und etwa 30 g schwer. In Deutschland stehen sie als “besonders geschützt” unter Naturschutz. In freier Natur können sie bis zu acht Jahre alt werden. Der Körper gliedert sich in Kopf mit vier Fühlern, Fuß, Eingeweidesack und Mantel sowie ein rechtsgängig spiralig gewundenes Gehäuse aus Kalk. Nur bei einem von 20.000 Exemplaren ist die Spirale linksgängig – diese seltenen Exemplare werden Schneckenkönige genannt.

Ihre Nahrung, die aus weichen, welken Pflanzenteilen und Algenbewüchsen besteht, weidet die Weinbergschnecke mit ihrer Raspelzunge (Radula), auf der sich rund 40.000 Zähnchen befinden, ab.

Obwohl Weinbergschnecken sowohl männliche als auch weibliche Keimzellen produzieren, können sie sich nicht selbst befruchten. Es kommt vielmehr zu einem Liebesspiel zwischen zwei Tieren, bei dem sich beide Schnecken – Fuß an Fuß – gemeinsam aufrichten und sich gegenseitig so genannte etwa elf Millimeter lange Liebespfeile in ihre Körper treiben, die, mit einem stimulierenden Sekret bedeckt, den Paarungserfolg steigern. Gleichzeitig erfolgt die nicht immer wechselseitige Begattung. Vier bis sechs Wochen später legen die Schnecken 40 bis 60 weißliche Eier in eine mit Hilfe ihres Fußes und Gehäuses gegrabene Erdgrube ab, die sie nach der Eiablage wieder verschließen. Die Jungschnecken entwickeln sich von da an selbstständig und schlüpfen nach rund zwei Wochen mit einem Gewicht von etwa 0,1 Gramm. Sie fressen zur Kalkaufnahme ihre Eihüllen und graben sich dann an die Erdoberfläche. Ihr Schneckenhaus ist noch sehr weich und viele der Jungschnecken fallen daher Fressfeinden zum Opfer, sodass im Schnitt nur fünf von 100 Weinbergschnecken das geschlechtsreife Alter (zwei bis drei Jahre) erreichen und Eier ablegen können.

Bei starker Trockenheit im Sommer und dem damit verbundenen Wassermangel können Weinbergschnecken auch einen Trockenschlaf halten. Sie verschließen sich dazu mit einem Deckel und verzögern die Verdunstung des im Körper gespeicherten Wassers.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Weinbergschnecke

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